Achtsamkeit und Stolpersteine

Drei Stolpersteine, die Achtsamkeit schwer machen

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da dachte ich ernsthaft, Achtsamkeit wäre so eine Art Zauberknopf. Einmal drücken und zack bin ich gelassen, souverän, klar und reagiere in jeder brenzligen Situation wie ein Zen Meister. Ich suchte diesen einen genialen Trick. Die eine Miniübung, die alles sofort verändert.

Und weißt du, was passierte. Ich wurde verkrampfter. Strenger mit mir. Ungeduldiger. Ich wollte Fortschritt sehen und zwar schnell. Am liebsten gestern.

Bis ich irgendwann gemerkt habe, dass nicht die Achtsamkeit das Problem ist, sondern meine Erwartungen.

Heute erzähle ich dir von drei Stolpersteinen, die mir damals den Weg schwer gemacht haben. Vielleicht erkennst du dich darin wieder. Vielleicht tut es einfach nur gut zu spüren, dass du nicht alleine bist.

Und vielleicht öffnet sich heute ein kleiner Spalt in dir, der flüstert: Du darfst es mit Leichtigkeit nehmen.

 

Fehler Nummer eins

Achtsamkeit als Leistung sehen

Ich dachte wirklich, ich müsste jeden Moment achtsam sein. Immer. Kein Ausrutscher. Keine impulsive Reaktion. Keine innere Unordnung. Achtsamkeit wurde zu einer Aufgabe, die ich erfüllen wollte. Zu einer Art geheimes Ziel, das ich erreichen muss. Perfekt natürlich.

Das Spannende ist: Genau das entkoppelt uns von Achtsamkeit. Denn Achtsamkeit ist kein Wettbewerb. Sie ist ein Moment. Eine kleine Begegnung mit dir selbst. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich erinnere mich, wie ich damals frustriert da saß und dachte: Warum funktioniert das bei mir nicht. Zu dem Zeitpunkt war ich mit Job und Familie mit Kleinkind überfordert. Und dann stolperte ich über ein Buch über die Gewaltfreie Kommunikation im Umgang mit Kleinkindern.

Das Buch hat mir damals geholfen, meine Haltung zu verändern und in die Beobachtung zu kommen, nicht nur gegenüber meiner Familie, sondern auch mir gegenüber.

Es brachte mir etwas zurück, was ich verloren hatte: Die Erlaubnis, Mensch zu sein.

 

Fehler Nummer zwei

Gefühle wegdrücken statt neugierig beobachten

Achtsamkeit heißt nicht, dass du nichts fühlen sollst.

Ich dachte lange genau das. Ich wollte ruhig sein. Gelassen. Neutral. Heißt: Alles, was mich aufregt oder verletzt, sollte bitte verschwinden. Schnell.

Dadurch habe ich Gefühle nicht wahrgenommen, sondern weggeschoben. Und je mehr ich sie wegdrückte, desto lauter wurden sie.

Der Wendepunkt kam, als ich das erste Mal wagte, einen unangenehmen Zustand wirklich zu beobachten. Ohne schön zu reden. Ohne mich dafür zu schämen. Einfach nur da sein.

Das fühlte sich an, als würde ich eine Tür öffnen, hinter der ich mich selbst lange nicht besucht hatte.

Dort warteten Bedürfnisse, die ich ignoriert hatte. Ruhe. Gesehen werden. Klarheit. Grenzen. Geborgenheit.

Und genau hier hat mir die Gewaltfreie Kommunikation den Boden unter die Füße gegeben. Durch sie habe ich gelernt, mich ernst zu nehmen. Für mich zu sorgen. Mir innerlich die Hand zu reichen. 

 

Fehler Nummer drei

Zu schnell Ergebnisse erwarten

Ich wollte Veränderung sofort sehen.

Ich wollte, dass ich ab morgen souverän bleibe, wenn jemand mich anschreit. Ich wollte klar kommunizieren. Meine Grenzen spüren. Mich sicher fühlen.

Aber Achtsamkeit ist kein gerader Weg. Sie ist ein Fluss. Mal ruhig, mal wild, mal trüb, mal klar. Und manchmal fühlt es sich an wie ein Rückschritt, obwohl es in Wahrheit ein tieferes Verstehen ist.

Eines Tages saß ich völlig frustriert am Küchentisch. Ich sagte laut zu mir: Ich lerne nichts. Ich bin nicht weiter. Und dann passierte etwas. Ich bemerkte, wie ich mich fühlte. Ich erkannte mein Bedürfnis nach Unterstützung und Orientierung. Allein das war Achtsamkeit.

Achtsamkeit geschieht in den Zwischentönen.

Sie wächst leise.

Und das reicht.

 

Mini Check in für dich

Schließe kurz die Augen.

Atme einmal bewusst ein und aus.

Und frage dich:

Wie geht es mir gerade wirklich.

Welches Gefühl spüre ich im Körper.

Welches Bedürfnis könnten diese Gefühle für mich sichtbar machen.

Du musst nichts verändern. Nur bemerken. Das ist der Anfang von allem.

Schreibe es auf und lasse es wirken. 

 

Achtsamkeit und Journaling
Achtsamkeit und Journaling

Fazit

Du musst nicht perfekt achtsam sein.

Du musst nicht jeden Moment souverän wirken.

Du musst nicht alles sofort können.

Achtsamkeit beginnt in kleinen Momenten, in denen du dir selbst zuhörst.

Du bist auf deinem Weg. Du darfst Zeit brauchen. Und du darfst dich dabei mögen.

 

Wie geht es für dich weiter

Du merkst, dass dich das Thema Achtsamkeit und Gewaltfreie Kommunikation berührt.
Vielleicht hast du beim Lesen gespürt, dass sich etwas in dir bewegt. Ein kleines Innehalten. Ein Wiedererkennen. Und gleichzeitig der Wunsch nach mehr Ruhe, mehr Orientierung und einem einfachen Einstieg, der sich wirklich in deinen Alltag integrieren lässt. 

Wenn du magst, findest du hier weitere Blogartikel, die dir Impulse geben und dich auf deinem Weg begleiten.

Dein realistisches Ziel muss nicht groß sein.
Es kann reichen, besser zu verstehen, was du fühlst.
Klarer zu erkennen, was du brauchst.
Oder in stressigen Momenten einen Weg zu haben, kurz bei dir anzukommen, statt automatisch zu reagieren.

Genau dafür kann ich dir „5 Minuten Achtsamkeit am Tag“ empfehlen.
Ein kleines Mini Retreat für deinen Alltag. Ohne Druck. Ohne Perfektion. In deinem Tempo.

Du brauchst keine zusätzliche Zeit, keine Vorkenntnisse und kein Durchhalteprogramm.
Nur ein paar Minuten am Tag, in denen du innehältst, atmest und wieder Kontakt zu dir aufnimmst.

Besonders geeignet ist es für dich, wenn dein Alltag voll ist, dein Kopf selten Pause hat und du dir mehr innere Ruhe, Fokus und Balance wünschst.

Wenn du magst, findest du hier alle Informationen zu deinem Mini Retreat für mehr Gelassenheit im Alltag:

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